Trotz der grundlegenden Veränderung der Programme war es der HEdS-FR ein grosses Anliegen, die Studierenden so angemessen wie möglich zu evaluieren. Es wurden verschiedene Massnahmen getroffen, damit die zukünftigen Absolventinnen und Absolventen einen Titel erwerben, der trotz des umgewälzten Programms die erwarteten Kompetenzen und Fertigkeiten bestätigt.
Am 7. April 2020 verabschiedete das Rektorat der HES-SO ein erstes Massnahmenpaket mit starken Auswirkungen auf Unterricht und Evaluation bis zum Ende des Frühlingssemesters. Diese Massnahmen wirkten sich auch auf die Diplomierung aus. Die Studierenden im dritten und letzten Ausbildungsjahr konnten zwischen einem Einsatz in einer Pflegeinstitution und der «Standard»-Ausbildung im Fernmodus wählen. Rund 38,5 % leisteten einen vollständigen Einsatz, während 15 % einen Teileinsatz absolvierten. Die restlichen 46,5 % entschieden sich für den Fernunterricht. Auch die Evaluationsmodalitäten wurden an die Situation des pandemiebedingten Lockdowns angepasst. So konnten die Studierenden, die in den Institutionen im Einsatz standen, ihre Erfahrungen validieren, indem sie anstelle der Bachelorarbeit eine individuelle schriftliche Arbeit in Form einer Bilanz über die während des Einsatzes erworbenen Kompetenzen und praktischen Fähigkeiten erstellten. Die praktischen Prüfungen (OSCE) wurden durch schriftliche Arbeiten im Fernmodus ersetzt. Auch die schriftlichen Prüfungen wurden im Fernmodus durchgeführt, entweder synchron oder asynchron. Einige Module wurden sogar durch die Erstellung eines Videoclips evaluiert.
Die Leitung des Fachbereichs Gesundheit nahm die Anpassung der Ausbildung für die Studierenden im ersten und zweiten Jahr vor. Diese Anpassungen erlaubten den Studentinnen und Studenten, in den Pflegeinstitutionen Unterstützung zu leisten und dazu vom Unterricht dispensiert zu werden. Für den Erwerb der ECTS-Credits musste eine Validierungsarbeit verfasst werden. Die Studierenden konnten auch zwischen einem Einsatz zur Verstärkung der Pflegeteams und einer Absolvierung der «Standard»-Ausbildung mit anschliessender Evaluation wählen. Rund 20 % der Studierenden im ersten Ausbildungsjahr und 40 % jener im zweiten Jahr leisteten einen Einsatz und verfassten die Validierungsarbeit.
Ab September und dem Beginn des Studienjahres 2020–2021 erfuhren die Evaluationen weniger Anpassungen. Unter Einhaltung der geltenden Schutzmassnahmen konnten sie im Präsenzmodus stattfinden, obwohl der theoretische Unterricht nach wie vor im Fernmodus durchgeführt wurde.